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Gebet vor dem GeldscheinMan kann das Geld niemals ehrerbietig genug behandeln, denn die Mühsal, die es darstellt, hat Schweiß und Blut gekostet. Das Geld ist furchtbar, es kann dem Menschen dienen oder ihn zugrunde richten. Euer Reichtum ist vermodert, eure Gewänder sind Mottenfraß geworden. Euer Gold und Silber ist verrostet; und ihr Rost wird ein Zeugnis wider euch sein . . . Sehet, der Lohn, den ihr den Arbeitern, die eure Felder eingeerntet haben, vorenthalten habt, er schreit, und der Schrei der Schnitter ist zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gedrungen (Jakobusbrief 5, 2-4). Verkauft eure Habe und gebt davon Almosen! Erwerbt euch Beutel, die nicht altern, einen Schatz im Himmel, der nicht abnimmt, an den kein Dieb kommt, den keine Motte zerfrißt. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein (Lukas 22, 33-34). Herr, sieh diesen Geldschein, er macht mir Furcht. Du kennst sein Geheimnis, Du kennst seine Geschichte. Wie ist er schwer! Er bedrückt mich, denn er redet nicht, Er wird niemals erzählen, was er in seinen Falten birgt, Er wird nie preisgeben, was er an Mühsal und Kämpfen bedeutet. Er ist durchtränkt von menschlichem Schweiß, Er ist befleckt von Blut, von Enttäuschung, von verspotteter Würde. Er ist reich von der ganzen Last menschlicher Arbeiten, die er enthält und die ihm seinen Wert gibt. Herr, er ist schwer, schwer. Er bedrückt mich, er macht mir Furcht, Denn er hat Tote auf dem Gewissen, All die armen Kerle, die sich beim Akkord zu Tode geschunden haben um seinetwillen . . . Um ihn zu haben, um ihn für einige Stunden zu besitzen. Um von ihm ein wenig Vergnügen, Freude, Leben zu erlangen . . . Durch wie viele Finger ist er gegangen, Herr? Und was hat er getan auf seinen langen, verschwiegenen Wegen? Er hat der strahlenden Braut weiße Rosen in den Arm gelegt. Er hat die Taufgeschenke bezahlt und das rosige Kindlein ernährt. Er legte das Brot auf den Familientisch. Er hat das heitere Lachen der Jungen und die stille Freude der Alten erlaubt, Er hat den Besuch des rettenden Arztes bezahlt, Er hat das Buch geschenkt, das den Knaben belehrt. Er hat die Jungfrau bekleidet. Aber er hat auch den Abschiedsbrief geschickt. Er hat den Mord des Kindes im Mutterschoß bezahlt. Er teilte den Alkohol aus und schaffte den Trunksüchtigen. Er hat den Kindern den verbotenen Film vorgeführt und hat die geschmacklose Schallplatte aufgenommen. Er hat den jungen Mann verführt und den Erwachsenen zum Dieb gemacht. Für ein paar Stunden hat er den Leib einer Frau gekauft. Er bezahlte die Mordwaffe und die Sargbretter. O Herr, ich bringe Dir diesen Geldschein dar. in seinen freudvollen und in seinen leidvollen Geheimnissen. Ich sage Dir Dank für all das Leben und die Freude, die er geschenkt hat, Ich bitte Dich um Verzeihung für das Böse, das er getan hat. Vor allem aber, Herr, bringe ich ihn Dir dar für alle Menschenarbeit, für alle Menschenmühe, deren Symbol er ist und die - endlich - morgen, unvergängliche Münze geworden, umgewechselt werden in Dein ewiges Leben. |
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Die pornografische ZeitschriftKäufliche Leiber, verlassen von den Seelen, Spielzeug für die Großen mit verfettetem, beschmutztem Herzen. Dennoch, Herr, ein Menschenleib ist schön. Seit je, unvergleichlicher Künstler, träumtest Du von dein Modell, dachtest Du daran, daß Du eines Tages die Menschengestalt annehmen würdest durch Deine Vermählung mit der menschlichen Natur. Langsam formtest Du ihn mit den Händen Deiner Macht und hauchtest die lebendige Seele in den leblosen Stoff. Von da an, Herr, gebietest Du uns, das Fleisch zu achten, denn das Fleisch, so wie es ist, ist Träger des Geistes, Und wir brauchen diesen freigebigen Leib, damit unser Geist mit dem Geist unserer Brüder in Gemeinschaft treten kann. Die Reden, in langen Kolonnen der Wörter, führen unsere Seele zu einer nachbarlichen Seele hin. Das Lächeln enthüllt diese Seele auf dem Rand unserer Lippen, Der Blick zeigt sie durch die Fenster unseres Leibes, Der Händedruck läßt sie zum Freunde gelangen, Der Kuß schenkt sie der Geliebten, Die Umarmung der Gatten will zwei Seelen vereinigen, um dadurch eine dritte zu suchen in einem dritten Leib. Aber für Dich, Herr, war es nicht genug, aus unserem Fleisch das Sakrament des Geistes zu machen. Durch Deine Gnade wird der Leib des Christen geheiligt und ein Tempel der Dreifaltigkeit, Gott ganz in unserer ganzen Seele, Und unsere Seele ganz in unserem ganzen Leib. Höchste Würde dieses herrlichen Leibes: Er ist Glied des Herrn und Träger seines Gottes. Siehe, Herr, heute abend die Leiber der schlafenden Menschen Den reinen Leib des ganz kleinen Kindes, Den beschmutzten Leib der Dirne, Den kraftstrotzenden Leib des Athleten, Den ausgemergelten Leib des Fabrikarbeiters, Den beruhigten Leib des Gatten, Den sinnlichen Leib des Lebemannes, Den satten Leib des Reichen, Den geschundenen Leib des Armen, Den geschlagenen Leib des Buben, Den fiebernden Leib des Kranken, Den schmerzenden Leib des Verunglückten, Den lahmen Leib des Siechen, Alle Leiber, Herr, und alle Lebensalter der Leiber. Siehe den ganz warmen Leib des zarten Säuglings, wie eine reife Frucht vom Leibe seiner Mutter. Siehe den Leib des sorglosen Kindes, das hinfällt und wieder aufsteht und sein rotes Blut ableckt. Siehe den Leib des ruhelosen Jünglings, der nicht weiß, wie schön ein Kleines ist, das heranwächst. Siehe den Leib der jungen Frau, entblößt für ihren Gatten. Siehe den Leib des reifen Mannes, mächtig und stolz in seiner Kraft. Siehe den Leib des Alten, der langsam dahinwelkt. Herr, ich bringe sie Dir alle dar, und ich bitte Dich, sie zu segnen, während sie schweigend leben, eingehüllt in Deine Nacht. Sie gehören Dir, sind durch ihre schlafende Seele Deinem Blick preisgegeben. Morgen werden sie roh wachgerüttelt und sie werden ihren Dienst wieder aufnehmen müssen. Gib, daß sie Diener seien und keine Herren; Offene Häuser und keine Gefängnisse; Tempel des lebendigen Gottes und keine Gräber. Gib, daß sie geachtet, geformt, gereinigt und umgestaltet werden durch die, die sie bekleiden, Und, daß wir sie als treue Begleiter wiederfinden am Ende der Zeiten, leuchtend in der Schönheit ihrer Seelen, Vor Deinem Angesicht, Herr, und vor dem Angesicht Deiner Mutter. Denn ihr beide, ihr gehört zu uns, Und alle Leiber der Menschen, auch sie, sind die glorreich Eingeladenen Deines ewigen Himmels. |
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In der U-BahnPsscht . . . bumm . . . |
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PlakateIhnen fehlt die Scham. Der GrundsteinDer Maurer legte den Ziegelstein auf das Zementbett, |
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Gegenwart Gottes im KindEinen Augenblick hat die Mutter den Kinderwagen stehen lassen, und ich bin herangetreten, um der lebenden Heiligen Dreifaltigkeit in der reinen Seele zu begegnen. |
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Der BlickDer Blick des Menschen ist machtvoll, denn er ist Träger der Seele. Wenn Gott in der Seele wohnt, kann der Blick des Menschen den Menschen Gott schenken. Worte aus der Bibel zum Blick:Als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Jesus sprach zu ihm: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein . . . Die Gebote kennst du: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben, du sollst nicht betrügen, du sollst Vater und Mutter ehren. Er aber antwortete ihm: Meister, dies alles habe ich von meiner Jugend an gehalten. Jesus aber blickte ihn liebevoll an und sprach zu ihm: Eines fehlt dir noch; gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach (.Markus 10, 17-21). |
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Der SchuldigeDer Mensch ist allein, weil er einmalig ist, aber er ist aufgerufen zur Gemeinschaft. Doch die Sünde trennt und isoliert uns. Wir müssen einander wiederfinden und zuerst einer des andern Sünden tragen, sie loskaufen, um das Hindernis unserer völligen Einigung zu überwinden. Die Einsamkeit macht leiden: sie steht nicht im Plan des Vaters. Nur die Erlöserliebe kann sie überwinden und die Einheit besiegeln. Ich betrachte ihn von ferne, und ich tann ihn nicht näher- Ich leide, Worte der Bibel zur Barmherzigkeit (Der barmherzige Samariter)Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber. Diese plünderten ihn aus, schlugen ihn wund, gingen weg und ließen ihn halb tot liegen. Zufällig kam ein Priester des Weges; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso ein Levit, er kam an jenen Ort, sah ihn und ging vorüber. Ein reisender Samaritan aber, der in seine Nähe kam, sah ihn und ward von Mitleid gerührt. Er ging hinzu, verband seine Wunden und goß Öl und Wein darauf. Dann setzte er ihn auf sein Reittier, brachte ihn in die Herberge und sorgte für ihn. Am anderen Tag zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Herbergswirt mit den Worten: Sorge für ihn, und was du noch darüber aufwendest, will ich dir zahlen, wenn ich zurückkomme (Lukas 20, 30-35). |
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Ich habe gegessenIch habe gegessen, Ich habe zu viel gegessen. Ich habe gegessen, um zu tun wie die anderen, weil ich eingeladen war, Weil ich in Gesellschaft war und die Gesellschaft es nicht begriffen hätte; Und jedes Gericht, Und jeder Bissen, Und jeder Schluck ging schwer hinunter. Herr, ich habe zu viel gegessen, Während im gleichen Augenblick in meiner Stadt mehr als 1500 Personen - die Konservenbüchse in der Hand Schlange standen um die Armensuppe, Während diese Frau in ihrer Dachkammer das verzehrte, war sie am Morgen in den Mülleimern aufgelesen hatte, Während diese Kinder in ihrem Bunker die kalten Reste des mageren Mahles der Alten vorn Armenhaus sich teilten, Während zehn, hundert, tausend Unglückliche auf der Welt im gleichen Augenblick sich vor Schmerzen wanden und den Hungertod starben vor ihren verzweifelten Angehörigen. Herr, das ist schrecklich, denn ich weiß darum, Die Menschen wissen jetzt darum. Sie wissen, daß nicht nur einige Hunderte Unglückliche, sondern daß Tausende Hunger haben in den Grenzen ihres Landes. Sie wissen, daß nicht nur Tausende, sondern Millionen Hunger haben auf der ganzen Welt. Die Ziffern richten die Kolonnen ihrer unerbittlichen Wahrheit auf. Ein Drittel der Menschheit ist unterernährt. Herr, Du liest diese Ziffern, Nicht wie der gemächliche Statistiker in seinem Büro, Sondern wie ein kinderreicher Vater, der sich über die Stirn eines jeden seiner Söhne neigt. Herr, Du siehst diese Karte, Du liest diese Ziffern seit Ewigkeit. Du sahst sie, Du lasest sie, als Du für mich die Geschichte vom reichen Prasser und vom armen hungrigen Lazarus erzähltest; Du sahst sie, Du lasest sie, als Du für mich das Jüngste Ge richt schildertest.„ . . . Ich war hungrig . . ." Herr, Du bist schrecklich! Du stehst Schlange um die Armensuppe, Du ißt die Reste aus den Mülleimern, Du bist vor Hungerqual im Todeskampf, Du stirbst mit 26 Jahren verlassen in einem Winkel, Während in einem anderen Winkel des großen Saales der Welt ich - mit einigen Gliedern unserer Familie - ohne Hunger zu haben, das esse, was genügen würde, um Dich zu retten. „ . . . Ich war hungrig . . ." Du wirst mir das immer sagen können, Herr, wenn ich einen einzigen Augenblick zaudere, mich zu verschenken. Ich werde niemals zu Ende kommen, meinen Brüdern die Suppe aufzutischen, sie sind zu zahlreich, Und es wird immer solche geben, die ihren Teil noch nicht bekommen haben! Herr, es ist nicht leicht, der Welt zu essen zu geben. Ich verrichte lieber mein Gebet, regelmäßig und genau, Ich esse lieber am Freitag kein Fleisch, Ich besuche lieber meinen Armen, Doch das ist ja nicht genug, Das ist eigentlich nichts, wenn Du mir eines Tages sagen kannst: „Ich war hungrig!" Herr, ich habe keinen Hunger mehr, Herr, ich will keinen Hunger mehr haben, Herr, ich will nur noch essen, um zu leben, um Dir zu dienen und für meine Brüder zu kämpfen. Denn Du hast Hunger, Herr. Denn Du stirbst vor Hunger, indes ich übersättigt bin. |
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DIE WOHNUNGHerr, ich konnte nicht schlafen, und um besser zu Dir zu beten, bin ich wieder aufgestanden. Es ist Nacht draußen, der Wind weht und der Regen fällt, Und die Lichter der Stadt durchbrechen das Dunkel und künden Lebende an. Diese Lichter, Herr, bedrücken mich, warum wurden sie angezündet? - Für meine Augen? Sie haben mich gerufen und jetzt bin ich ihr Gefangener, während die Leiden der Stadt verräterisch ihre tragische Klage flüstern; Und ich kann ihnen nicht entkommen, Herr, ich kenne sie zu gut, diese Leiden. Ich sehe sie vor mir aufscheinen, ich höre sie zu mir sprechen, Ich fühle, wie sie mich ohrfeigen, Denn ich weiß um sie, Herr, ich weiß um sie, während ich schlafen gehen wollte. Ich weiß, daß in diesem einzigen Zimmer der vergiftete Atem von dreizehn zusammengedrängten Personen sich mischt.' Alle angeführten Tatsachen sind absolut echt. Sie wurden unter hundert anderen ähnlichen angeführt. Ich weiß, daß eine Mutter den Tisch und die Sessel an der Zimmerdecke aufhängt, um das Strohlager auszubreiten. Ich weiß, daß der Mann aufsteht, um die Wachsleinwand über dem durchregneten Bett seiner vier Kinder aufzuspannen. Ich weiß, daß die Mutter die ganze Nacht sich nicht niederlegen kann, denn es ist nur für ein Bett Platz, und die zwei Kinder sind krank. Ich weiß, daß der Bursche allein in die Nacht flieht, weil er es satt hat. Ich weiß, daß die Männer sich der Frauen wegen schlagen, denn auf dem gleichen Dachboden sind drei Haushalte. Ich weiß, daß der Bruder seiner Schwester ein Kind macht, weil sie beide, er mit seinen zwanzig und sie mit ihren sechzehn Jahren, Seite an Seite auf dem gleichen Elendslager schlafen. Ich weiß, daß die Frau ihren Mann wegdrängt, denn es ist im Hause kein Platz mehr für ein neues Kind. Ich weiß, daß ein Kind sanft hinüberschlummert und sich darauf vorbereitet, sich mit seinen vier kleinen Brüdern. da oben wieder zu vereinigen. Ich weiß, Ich weiß überdies, Ich weiß hunderte anderer Tatsachen, während ich eben in Frieden zwischen meinen weißen Leintüchern einschlafen wollte. Ich möchte nichts davon wissen, Herr, Ich möchte, daß das nur Geschichten wären, Ich möchte mir einreden, daß ich träume, Ich möchte, daß man mir beweist, daß ich übertreibe, Ich möchte, daß man mir zeigt, daß alle diese Leute unrecht haben, daß es ihr Fehler ist, wenn sie im Unglück sind. Ich möchte mich wieder beruhigen, Herr, aber ich kann nicht mehr, es ist zu spät. Ich habe zu viel gesehen, Ich habe zu viel gehört, Ich habe zu viel gezählt, Ich habe gezählt, Herr, und ich glaube, daß die unerbittlichen Ziffern mir für immer meine unschuldige Ruhe geraubt haben.'
Um so besser, mein Kind, Denn ich, euer Gott, euer Vater, ich bin erzürnt über euch. Ich habe euch am Anfang der Zeiten die Welt gegeben, und ich will in meinem gewaltigen Besitztum für alle meine Söhne ein Dach, das ihres Vaters würdig ist; Ich habe euch Vertrauen geschenkt, und euer Egoismus hat alles verdorben. Das ist eine eurer größten Sünden, eine Sünde, die viele von euch verantworten müssen. Wehe euch, wenn durch eure Schuld auch nur eines meiner Kinder an seinem Leibe oder an seiner Seele umkommt. Ich sage euch, diesen werde ich die schönsten Wohnungen in meinem großen Paradiese schenken. Die Sorglosen aber, die Nachlässigen, die Egoisten, die ihr gutes Obdach auf Erden hatten und die anderen vergessen haben, sie haben ihren Lohn schon empfangen. Für sie wird es bei mir keinen Platz geben. Wohlan, mein Kind, erflehe heute abend Verzeihung für dich und für die anderen, Und morgen kämpfe mit allen deinen Kräften; denn dein Vater leidet, wenn er sieht, daß es jetzt noch für Seinen Sohn keinen Platz gibt in der Wohnstatt der Menschen. |
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DAS KRANKENHAUSDas Leiden ist ein Geheimnis, das nur durch das Licht des Glaubens erhellt werden kann. Das Übel in der Welt ist von Gott nicht gewollt. Die Menschen haben seinen Plan verachtet (Sünde), sie haben den Menschen und das Weltall aus dem Gleichgewicht gebracht und das Leiden verursacht. Aber Christus ist gekommen, um die Ordnung wiederherzustellen. Aus dem nutzlosen Leiden hat er den eigentlichen Gegenstand der Erlösung gemacht. Fürwahr, er trug unsere -Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt (Isaias 53, 4-5).
Heute nachmittag habe ich einen Kranken im Spital besucht. Von Station zu Station mußte ich diese Leidensstadt durchwandern, und ich erriet die Tragödien, die die hellen Wände und die Blumen auf den Rasenplätzen verbargen. Ich mußte einen ersten Saal durchschreiten; Ich ging auf den Zehenspitzen bei der Suche nach dem Kranken, Ich streifte mit dem Blick die Liegenden, wie der Krankenwärter behutsam eine Wunde berührt, um nicht wehzutun. Ich fühlte mich unbehaglich, Verwirrt wie ein Nichteingeweihter in einem Mysterientempel, Wie ein Heide im Schiff einer Kirche. Ganz am Ende des zweiten Saales habe ich meinen Kranken gefunden, Und als ich vor ihm war, habe ich gestammelt, und ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Herr, das Leiden bedrückt mich, es beklemmt mich. Ich begreife nicht, warum Du es gutheißt. Warum, Herr?
Sich ungerechterweise auf den Guten stürzt und den Bösen ausspart,
Das Leiden ist hassenswert und es macht mir Furch t,
Sie haben es mit der Sünde auf die Welt gebracht;
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ES GIBT NUR ZWEI ARTEN VON LIEBEHerr, es gibt nur zwei Arten von Liebe, Herr, was noch schwerer wiegt, ist, daß die Eigenliebe eine gestohlene Liebe ist. Mein Kind, du wirst es nie zustande bringen, genug Liebe in des Menschen Herz und in die Welt zu legen. |
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entnommen aus dem Buch von Michael Quoist "Herr da bin ich."