Begleiter fürs Leben

[alle Predigten]  [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zu Weihnachten)


Seine neue Heimat: Der Planet Erde

An Weihnachten feiern wir unseren Gott und wie er unseren schönen blauen Planeten Erde als sein Zuhause wählte. Er wollte einer von uns werden. Und er fand vor 2000 Jahren in Israel Menschen, die ihn herzlich aufnahmen und ihm das Gefühl gaben, zu Hause zu sein. Aber es gab auch andere, die ihn kalt ablehnten. Ihre Ablehnung hielt ihn nicht auf. Er wurde nicht Mensch, um nette Freunde zu finden und ein schönes Leben zu führen. Aus Mitleid wollte er mit den Menschen leben, und zwar mit allen Höhen und Tiefen ihres Leben. Denn er sah wie einsam sie vor sich hin lebten und wie armselig ihre Perspektiven waren. Das konnte er nicht länger ertragen. Deshalb wollte er einer von uns werden.

Sein Anliegen: Wiederbelebung des Menschlichen

Dabei waren die Menschen ihm vom Wesen her verwandt. Sie entscheiden mit einem freien Willen und erheben ihren Geist über das Tagesgeschäft hinaus. Sie haben die Fähigkeit zu lieben und sich mit ihrem Geist an ihren Schöpfer zu wenden. Diese Fähigkeiten wurden mehr und mehr verschüttet. Die Folgen waren Hass, Streit, Kriege und viele andere hässlichen Dinge. Die Menschen steckten in einer Sackgasse. Sie hatten sich von Gott entfernt und wussten nicht mehr wie sie zu ihm zurückkehren konnten. Alleine waren sie nicht dazu in der Lage und alle seine vorherigen Versuche, sie zu retten, waren nutzlos. Deshalb kam Gott selbst auf den blauen Planeten und wurde Mensch. Er musste selbst einer von ihnen werden. Nur so konnte er ihnen den Weg weisen und ihnen zeigen wie sie ihren Geist zu Gott erheben konnten. Nur indem er selbst einer von ihnen wurde, konnte er ihnen den richtigen Umgang mit den Mitmenschen zeigen. Es ging ihm darum die edlen Eigenschaften im Menschen wieder zu beleben und von der Asche der Jahrhunderte zu befreien.
Es ging ihm um nichts geringeres als die gesamte Menschheit zu erneuern.

Sein Weg: Menschwerdung

Es war notwendig, dass er selbst kam. Nur so konnten die Menschen ihm glauben. Also wurde er in Maria Mensch und begann ein Leben wie andere es auch beginnen: als Baby. Und gleich zu Beginn, bei seiner Geburt zitterte er wegen der Kälte und Herzlosigkeit der Menschen. An der wohlig warmen Herberge abgewiesen wurde er in einem dreckigen und kalten Viehstall geboren. Und weil er die Menschen so annahm wie sie waren, scheute diese ihre Abweisung nicht. Genauso schreckte er auch nicht vor ihrem Unglück und Elend zurück. Bei diesen Schmerzen, die ihm die Menschen bereiteten, erfuhr er die tröstende Wärme und Nähe seiner Mutter und des Heiligen Josefs, die sich liebevoll um ihn kümmerten.

Seine Aufgabe: Lebenslanger Begleiter

Für uns ist die Menschwerdung Gottes die einmalige Chance, Gott näher zu kommen. Damals ließ er sich von der Kälte und Abweisung der Menschen nicht aufhalten, weil es ihn ganz einfach drängte, bei den Menschen zu sein. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Seine Liebe bewegt ihn immer noch bei den Seinen zu sein und ihre Trägheit und Lauheit zu akzeptieren. Er möchte sie mit ihren schönen Seiten, aber auch mit ihren Schattenseiten annehmen und mit ihnen durchs Leben gehen. Es geht ihm darum unter den Menschen Schwestern und Brüder zu finden. Das unbeschreibliche der Weihnachtsbotschaft ist, dass wir einen Gott haben, der so werden wollte wie du und ich. Der mich mit meinen guten und schlechten Eigenschaften heute und hier annehmen will und sich auch von meiner manchmal ablehnenden Haltung nicht enttäuschen lässt. So wie er es wagte in Bethlehem als Mensch geboren zu werden, geht er auch heute mutig mit uns durchs Leben. Nicht nur in den schönen und angenehmen Stunden, sondern besonders auch wenn wir leiden und uns einsam fühlen, uns Schmerzen plagen und die Niedergeschlagenheit uns gar nicht mehr den Kopf heben lässt. Das ist die großartige Botschaft von Weihnachten:
Gott macht jeden von uns zur Schwester und zum Bruder.
Eine Botschaft, für die man nie zu alt ist und die uns durchs ganze Leben begleitet.

Dieses kleinen Kind in Bethlehem wurde zum Hoffnungsträger der gesamten Menschheit. Gott macht sich zum Bruder aller Menschen.

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