Große Belastungen
Gestern noch haben wir die Geburt unseres Herrn Jesus Christus gefeiert. Heute steht das Kind mit seiner Mutter und seinem Ziehvater im Mittelpunkt. Diese kleine Familie, die wir auch heilige Familie nennen, wurde gleich zu Beginn hart auf die Probe gestellt. Schon alleine die Geburt Jesu war ein Drama. Wenn in unseren Tagen eine Frau irgendwo in einem Viehunterstand ihr Kind zur Welt bringen müsste, dann stünde es am nächsten Tag in der Zeitung. Die „Pechsträne“ der Heiligen Familie riss aber nicht ab. Schon kurze Zeit nach der Geburt Jesu folgte die nächste Prüfung. Josef wurde in einem Traum vor Herodes gewarnt. Der König wolle aus Angst um seinen Thron alle Kleinkinder der Umgebung töten lassen. Dem Josef wurde im Traum gesagt deshalb zusammen mit Maria und dem Kind seine Sachen zu packen und aus zuwandern nach Ägypten. Das bedeutete eine langer und beschwerlicher Fußmarsch. Maria hatte erst ihr Kind geboren und schon mussten sie flüchten? Trotz dieser existentiellen Bedrohungen, die die junge Familie durchzustehen hatte, machte keiner dem andern Vorwürfe. Die Familie zerbrach nicht unter diesen extremen Belastungen.
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Prüfungen gestern und heute
Diese Flucht erinnert mich an eine Begebenheit: Ich fuhr einmal mit dem Zug eine weite Strecke über Nacht. An einem Bahnhof stieg eine junge Frau mit einem Kind in mein Abteil ein. Sie war sehr aufgeregt und verängstigt. Es war noch vor der Zeit des Schengen-Abkommens und an den Grenzen kontrollierten noch Zollbeamte. Sie offenbarte sich mir mit einem osteuropäischem Akzent und sagte, sie wolle zu ihrem Mann nach Belgien. Er wohne dort und sie habe kein Visum. Sie war illegal unterwegs. Bei den beiden Grenzübergängen, die wir zu durchfahren hatten, wurde sie sehr unruhig, da sie befürchten musste, aus dem Zug geworfen zu werden, wo sie doch zu Weihnachten bei ihrem Mann in Belgien sein wollte. Zum Glück wurde sie nicht kontrolliert.
Dieses Beispiel zeigt nur eine Spur der Belastungen, die die Heilige Familie durchlebte. Maria musste ihr Kind fern der Heimat und außerhalb menschlicher Behausungen gebären. Sehr demütigend und beschämend. Dann drohte Herodes mit der Ermordung. Danach folgte die beschwerliche und lange Reise nach Ägypten und schließlich die Suche nach einer Bleibe im fremden Land. Dort lebte die Familie unter fremden Menschen mit fremder Sprache, Religion und Kultur. Die heilige Familie hielt diesen Belastungen stand und zeigt damit auch unseren Familien heute einen Weg auf.
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