[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zum Fest der Muttergottes 1.1.2011)
Keine LeihmutterDie Kirche verleiht Maria den Titel „Muttergottes“. Man kann sich fragen: „Wieso wird sie nicht einfach nur die Mutter Jesu genannt?“ Unbestritten ist, dass Maria die leibliche Mutter Jesu Christi ist. Insofern empfing er sein menschliches Leben von seiner Mutter Maria. Wir glauben auch, dass er Gottes Sohn ist und dass er der wahre menschgewordene Gott ist. Insofern hat Maria, nicht nur ihren Sohn, sondern auch den Sohn Gottes ausgetragen. Um es noch deutlicher zu machen: Maria war keine Adoptivmutter oder Leihmutter, sondern die leibliche Mutter Jesu Christi, der gleichzeitig auch Gott war und ist. Deshalb nennen wir Maria auch die Mutter Gottes. Um Missverständnisse auszuschließen: Der Titel Muttergottes bedeutet nicht, dass Gott eine Mutter hätte, sondern einfach nur, dass Maria die Mutter Jesu und die Mutter des ganzen Jesu war und dazu gehört seine menschliche und auch seine göttliche Natur. |
Enge BeziehungDie Verbindung zwischen Gottes Sohn und Maria ist enger als wir es uns vorstellen können. Das erste Zeugnis dieser engen Beziehung strahlt auf in der Begegnung zwischen Maria und ihrer Verwandten Elisabeth. Beide Mütter waren schwanger: Elisabeth trug ihren kleinen Johannes in ihrem Schoß und Maria trug ihren 6 Monate jüngeren Jesus unter ihrem Herzen. Als Maria ihre Verwandte besuchte, kam diese auf sie zu und erkannte in Maria gleich die Mutter ihres Herrn. Sie sah in ihr nicht nur die Mutter eines Babys, sondern die Mutter Gottes. Während dieser Begegnung spürte Elisabeth eine Bewegung ihres kleinen Johannes in ihrem Bauch. |
| Das erinnert mich an eine Szene aus meiner Kindheit. Als meine Mutter mit der Jüngsten schwanger war und sich eines nachmittags auf dem Sofa erholte, rief sie mich herbei. Ich war damals 7 Jahre alt. Sie sagte: „Komm fühl mal wie das Kind sich bewegt!“ Ich scheute mich: „Da soll ein Kind im Bauch meiner Mutter sich bewegen?“, dachte ich. Für mich war das sehr ungewohnt. Ich fühlte nichts. Meine Mutter aber bestätigte es: „Doch jetzt hat es sich wieder bewegt.“ Ich befragte sie genauer. Und sie meinte, dass jedes Kind anders sei. „Die Einen bewegen sich mehr, die anderen weniger.“ Ich konnte nur noch staunen. Diese Szene macht deutlich wie unterschiedlich die Perspektiven sein können. Die Mutter baut von Anfang an eine viel engere Beziehung zu ihrem Kind auf, als die Geschwister oder der Vater. Sie macht sich Gedanken über die Zukunft ihres Kindes und spürt sein Wachsen am eigenen Leib. Das gilt noch verstärkt für Maria, da ihr die Empfängnis von einem Engel angekündigt worden war und sie wusste, dass ihr Sohn kein gewöhnliches Kind war. Sie zweifelte nicht daran, dass sie den Sohn Gottes unter ihrem Herzen trug! Wie war das wohl? Diese Frage kann nur Maria beantworten. Sie würde von einer intensiven Bindung zu ihrem Kind und von großer Ehrfurcht erzählen. Kein Mensch auf der ganzen Welt hatte jemals eine so enge Beziehung zu Jesus Christus wie seine Mutter Maria. Diese intensivierte sich noch mit den Jahren. Sie spürte später nicht nur die Regungen ihres Babys, sondern sie nahm später auch Anteil an seiner Mission und spürte die Regungen seines Gemütes und Geistes. |
Gemeinsames WachsenDabei war zu Anfang, als Jesus klein war, vieles auch so wie bei anderen Kindern: Auch Jesus brauchte Wärme, Zuneigung, musste ernährt, gepflegt und sauber gehalten werden. Später als er heranwuchs, lernte er von Maria und Josef das Sprechen und viele, viele Dinge, die zum täglichen Leben notwendig sind: Wie man sich wäscht, sich anzieht, wie man jemanden begrüßt ... Diese rein menschlichen Dinge sind nur ein geringer Teil von allem, was das Verhältnis zwischen Maria und Jesus betrifft. Die Art ihrer Beziehung wird uns immer verborgen bleiben, da Maria auf ganz besondere Weise mit Gott verbunden ist, hat sie auch eine besondere Beziehung zu ihrem Sohn. Die Liebe zwischen Maria und Jesus war größer als die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Sohn, denn in Maria wirkte der Heilige Geist ganz besonders. Mit den Jahren wuchs sie und ihr Sohn in ihrer Beziehung und beide nahmen zu an Weisheit. |
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Maria trug den Sohn Gottes im Schoß. Er wuchs in ihr heran und die Beziehung beider intensivierte sich von Tag zu Tag. Maria nahm aktiv Anteil an der Mission Jesu und wir nennen sie deshalb die Muttergottes. |