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Am ersten Sonntag des neuen Jahres hören wir den Begin der Frohen Botschaft nach Johannes. Er schreibt uns etwas über den Ursprung der Schöpfung.
Wir sind es gewohnt den Ursprung der Schöpfung im Urknall zu sehen. Überall wird uns gesagt wie das Weltall entstanden sei. Ein großer Knall und Zeit und Raum entstanden. Alles flog auseinander und irgendwann entstanden Sonne und Erde. Oft wird diese Sicht in Widerspruch gesetzt zur Bibel mit ihren Schöpfungserzählungen.
In der Bibel wird Gott als Schöpfer dargestellt. Er erschafft zuerst das Licht. In sieben Tagen ruft er alles ins Dasein: Himmel und Erde, Wasser und Land, die Pflanzen, die Fische, Vögel, Landtiere ... und schließlich den Menschen. Liest man die Bibel genauer, spricht sie von zwei Schöpfungsgeschichten (Gen 2,4a). Auf die Geschichte mit den sieben Tagen, folgt die Schilderung vom Paradies und Adam und Eva. (Gen 2,4b-25) Die Sieben-Tage-Erzählung und die Adam-Eva-Erzählung sind zwei verschiedene Erzählungen mit zwei verschiedenen Sichtweisen. Die Schöpfung ist viel zu komplex, als dass man sie mit nur einer Sichtweise beschreiben könnte. Die Autoren der Bibel waren sich dessen bewusst und deshalb gibt es in der Bibel selbst schon zwei verschiedene Deutungen des Anfangs. Beide haben eines gemeinsam: Gott der Schöpfer ist der Urheber der ganzen Welt. Wie die Entstehung der Welt auch dargestellt wird für die Bibel bleibt Gott immer der Urheber von allem, was ist.
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Wir haben heute die oben erwähnte Sicht der Naturwissenschaft und sehen sie unabhängig von den beiden Schöpfungserzählungen der Bibel. Das ist ein großer Irrtum. Man müsste die wissenschaftliche Sicht in Zusammenhang mit der Bibel sehen. Eben als dritte Darstellung der Schöpfung. Die moderne Sicht lässt sich gut in Einklang bringen mit der religiösen Sicht und auch mit der Sicht der Bibel. Leider sieht man immer wieder ein Gegensatz, denn der modernen Sicht fehlt ein wesentlicher Teil. Sie schaut zwar darauf wie alles entstanden ist, fragt aber nicht nach dem woher, nach dem Urheber der Schöpfung. Für die Naturwissenschaft ist da nur ein großes Fragezeichen, das man meistens achselzuckend mit Zufall gleichsetzt.
Für die Bibel ist Gott der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Universums. Sie legt keinen Wert darauf genau zu schildern wie alles abgelaufen ist. In dieser Hinsicht ist die Bibel ungenau. Sie legt Wert auf das, was hinter allem steckt, auf die eigentlichen Ursprung der Schöpfung. Über diesen Punkt wiederum schweigt die Naturwissenschaft. Für einen Christen gibt es kein Ding außerhalb von Gott. Es gibt keinen Zufall und auch wenn das Universum wirklich mit einem großen Knall begonnen haben sollte, dann geschah dies auch nicht durch Zufall und nicht ohne Gott. Für Christen ist und bleibt Gott der Dreh- und Angelpunkt der Welt. Ob die Welt nun mit einem großen Knall ("Big Bang") entstand oder nicht: Gott bleibt der Ursprung der Welt. Wer hat den Urknall hervorgerufen? Wer hat alles so geordnet, dass nicht wieder alles zusammenfällt, sondern sich alles ungeheuer gewaltig entwickelt? Wer hat die Naturgesetze festgelegt? Für uns ist es unser Schöpfer.
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