[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (6.1.2009 Erscheinung des Herrt http://www.glaubenheute.de)
| Wer waren sie genau? - Keiner weiß es. Und wir werden es auch nicht erfahren. Im Informationszeitalter sind wir daran gewöhnt beliebig viele Informationen über irgendein Thema zu erhalten. Es genügt im Internet nachzuschauen und eine erschlagende Fülle von Informationen wird uns präsentiert. Durch das Fernsehen glauben wir auf der ganzen Welt zu Hause zu sein. Zeitungen präsentieren uns Hintergrundinformationen. Bei den Hl. drei Königen kommen wir an einen Endpunkt an. Wir wissen einfach nichts genaues über sie. Und wir werden auch nicht mehr über sie erfahren. Wir wissen nicht genau woher sie kamen. Es heißt aus dem Osten. Das kann Persien, Babylon oder woanders sein. Es heißt, dass sie sich aufs Sterndeuten und Traumdeuten verstanden haben. Mehr geben die Quellen nicht her. Wir kennen auch nicht ihre Namen. |
Ich finde es gut, dass uns dies im
Verborgenen bleibt. Das erinnert uns daran, dass uns die
wesentlichen Fragen des Lebens verborgen bleiben: Woher ich komme.
Wohin ich gehe. Das kann mir keiner aus einer noch so gut
aufbereiteten Informationsquelle sagen. Diese Fragen beantwortet man
nur im Glauben und zwar ganz persönlich für sich selbst.
Die große Versuchung unseres Informationszeitalters ist, dass wir glauben, wir könnten über alle Informationen verfügen, wären immer gut informiert und hätten so den Überblick über das Leben. Wir haben zwar einen so großen Überblick über die Welt und unser Leben, aber dieser Blick ist oberflächlich. Uns fällt es heute schwerer als je zuvor zu glauben, weil wir meinen zu wissen und es nicht nötig hätten über das Wissen hinaus auch noch zu glauben. |
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Für mich die drei Sterndeuter ein
Vorbild. Das, was sie vom neugeborenen König wissen konnten, war nur
sehr dürftig. Trotzdem folgten sie der guten Eingebung. Sie ließen
sich nicht aufhalten. Die Hoffnung diesen außergewöhnlichen König
sehen zu können, gab ihnen Kraft. Vielleicht hielten ihre Leute zu
Hause sie für verrückt. Ich weiß es nicht. Heute würde man sie
auf jeden Fall für verrückt erklären. Sie hatten nichts als eine
Himmelserscheinung gesehen. Heute würde man sagen: "Ich brauche
mehr Fakten. Fakten! Fakten die zählen!" Mit einer solchen
Haltung wären sie nie aufgebrochen.
Sie kamen zuerst in Jerusalem an und dort wusste niemand von einem neugeborenen König. Das wäre für sie Anlass gewesen enttäuscht aufzugeben. |
Dann aber wurden sie nach Bethlehem
verwiesen. Als sie dort ankamen sahen sie nichts als eine einfache,
bescheidene Mutter mit ihrem Säugling. Spätestens da hätten sie
ganz enttäuscht sein müssen. Sie hatten einen König erwartet! Aber
sie richteten sich nicht nach dem, was ihnen ihre Augen sagten,
sondern nach dem was ihr Empfinden, ihr Herz und ihr erleuchteter
Verstand sagte: Dieser ist ein ganz großer König. Und welcher Reiche bitte schön würde irgendeiner Mutter mit ihrem Säugling, seine Schatztruhen öffnen und sie beschenken? Sie hätten Zweifel haben können: "Vielleicht ist es eine Verwechslung?" Sie hätten sagen können: "Na, wenn das so ist, dann behalten wir unsere Schätze für uns." So war es aber nicht. Sie gaben nicht nur gerne ihre Schätze, sondern warfen sich vor dem Säugling nieder. Das ist etwas ganz Unerhörtes. Sie fielen auf die Knie und vielleicht sogar mit dem Gesicht zu Boden so wie man es damals vor einer Gottheit oder einem König machte. Diese drei Sterndeuter waren trotz ihres Reichtums und ihres Wissens weise genug Jesus Christus zu verehren. Darin sind sie uns ein Vorbild. gerade uns heute im Informationszeitalter, die wir glauben alles zu wissen, alles zu können und niemanden nötig zu haben. |