Kreuz? Warum?

[alle Predigten]  [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zum Palmsonntag)


Sieg über den Tod

Als ich einmal in Südtirol in eine Kirche zur Besichtigung eintrat, kam etwas später ein Touristenehepaar mit einem Kind herein. Die Mutter betrachtete mit offenstehendem Mund die Wände und sagte zu dem Kind: „Schau nicht dahin, das ist zu schrecklich.“ Dort an den Wänden war das Leiden Christi auf mittelalterlichen Fresken dargestellt. Das regt zur Frage an: Ist das Leiden Christi etwas zum Wegschauen? Gibt es denn nicht schon genug Leid? Warum beschäftigen wir uns eigentlich noch damit? Christus starb nicht für sich selbst und auch nicht ohne Grund. Wenn Künstler sein Leiden darstellen, geht es auch um das Leid und Elend der Menschheit. Wir können uns gar nicht ausmalen wie viel Elend es auf der Welt gibt. Christus leidet, weil Menschen leiden. Indem Jesus gekreuzigt wird, kreuzigt er auch alles Elend. Durch sein Kreuz kreuzigt er das Elend der Welt. Mit seinem Tod setzte er allem Übel eine Grenze. Er besiegt den Tod mit seiner Auferstehung und schiebt so dem Leid einen absoluten Riegel vor. Er befreit das Leben vom Leiden und schenkt den Menschen ewiges Leben. Deshalb erinnert uns jede Darstellung des Leidens Christi an den Sieg Jesu über alles Übel. Solche Darstellungen stärken den Glauben der Christen.

Befreiung vom Elend

In einem Buch über den Humanismus las ich einmal, dass eigentlich der Tod Jesu und die ganze Religion überflüssig sei. Denn es wäre längst bewiesen, dass die Hölle ein Hirngespinst sei und damit jeder Grund für eine Erlösung wegfällt. Der große Abtrünnige Gottes, den Satan gäbe es nicht, also wäre auch die Erlösung überflüssig. Manche Menschen scheinen mit geschlossenen Augen durch die Welt zu gehen. Deshalb die Frage an diesen Buchautor: Gibt es denn tatsächlich nichts Böses mehr? Wie viele Menschen erleben die Hölle auf Erden? Wie viele Frauen wurden zur Prostitution gezwungen, drogenabhängig gemacht und kommen aus diesem Sumpf nicht mehr heraus? Ich könnte hier aus allen nur erdenklichen Bereichen des menschlichen Lebens Beispiele auflisten, wo Menschen buchstäblich durch die Hölle gehen. Brauchen sie keine Erlösung? Außer dieser Art von Hölle gibt es auch das Drama, dass jemand aus purer Boshaftigkeit andere quält oder mordet. Hat er nicht die Hölle in sich? Braucht er keine Erlösung? Das Kreuz erinnert uns daran, dass alle Menschen Hoffnung haben dürfen auf endgültige Befreiung und wie sehr sehnen sich Menschen danach.

Mitleid Gottes durch das Kreuz

Im Bundestag sagte einmal ein Mitglied der Grünen Partei, dass die Christen Sadisten seien, da sie einen Gott anbeten, der leidet. Tatsächlich wären Christen Sadisten, wenn sie Gefallen daran fänden, dass Jesus leiden musste. Dann wären diese Christen ein Fall für den Psychiater. Niemand, der einen gesunden Glauben hat, betet das Leid an. Ganz im Gegenteil wir beten einen Gott an, der das Leid überwindet. Der Gekreuzigte tröstet uns. Zum einen, weil Gott jemand ist, der das Leid der Menschen teilt.
Er ist nicht jemand, der auf einem goldenen Thron sitzt und gütig herabblickt mit einem leichten Bedauern auf den Lippen. Er ist jemand, der herabsteigt in die tiefsten Niederungen des menschlichen Lebens. Jesus kennt Krankheit und Leid aus eigener Erfahrung. Er weinte und hatte Durst. Am Kreuz quälte ihn Fieber, Schmerzen und sogar Zweifel am Leben, an sich selbst und an Gott. Wer an den Gekreuzigten glaubt, hat im Leid jemanden an seiner Seite, der auch litt. Jesus kennt das Leid und er weiß was es bedeutet. Deshalb finden Leidende Menschen im Kreuz Trost. Sie haben jemanden der sie so sehr liebt, dass er sogar für sie leidet.


Schreiben Sie Ihren Kommentar!


Warning: require(/is/htdocs/wp10588261_R5G2Y6MLM5/www//phpinc/count_comm.php) [function.require]: failed to open stream: No such file or directory in /is/htdocs/wp10588261_R5G2Y6MLM5/www/predigten/021-11-fa6.php on line 59

Fatal error: require() [function.require]: Failed opening required '/is/htdocs/wp10588261_R5G2Y6MLM5/www//phpinc/count_comm.php' (include_path='.:/usr/share/pear/php5') in /is/htdocs/wp10588261_R5G2Y6MLM5/www/predigten/021-11-fa6.php on line 59