[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zum Fest Christi Himmelfahrt)
Hauptsache gesundIn unserer Kultur nehmen wir unseren Körper sehr wichtig. Die Gesundheit scheint das wichtigste Ziel des Lebens überhaupt zu sein. In unseren Anstrengungen haben wir viel erreicht. Es gelingt den Ärzten heute künstliche Gelenke einzusetzen, Organe zu transplantieren und vieles vieles mehr. Die Entwicklung geht weiter und man wird immer weiter voranschreiten. Man fragt sich bis wohin? In den 70'er Jahren machte ein Dr. Robert J. White Schlagzeilen. Er machte Tierversuche und verpflanzte einen Kopf eines Affen auf den Kopf eines anderen. Vielleicht gruselt es Sie bei diesen Worten, mich auf jeden Fall. In der Presse wurde er auch Dr. Frankenstein genannt. Die Affen überlebten nur wenige Tage und waren vom Hals ab gelähmt. Von seriöser Forschung kann da nicht die Rede sein, eher von Tierquälerei. Inzwischen ist Dr. White verstorben. Mit seinen Experimenten hat er eine Grenze aufgezeigt und man fragt sich: Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn wir uns Heilung oder Lebensrettung erwarten? Selbst wenn man eines Tages einen Kopf eines Schwerkranken auf einen gesunden Körper sicher verpflanzen könnte - Sollte man so weit gehen? |
VerwandlungIch kann es mir nicht vorstellen, dass ich einmal ernsthaft daran denken werde, mich einer solchen Operation zu unterziehen. Diese Experimente regen uns aber an, über unser Leben nachzudenken und was uns die Gesundheit wert ist, und wie wir zu unserem Körper stehen. Für mich ist mein Körper nicht alles. Zwar sind Körper und Geist eng miteinander verwoben, aber mein Geist und mein Körper sind nicht dasselbe. In ganz besonderer Weise wird dies heute am Fest Christi Himmelfahrt deutlich. Jesus, der zu Tode gemartert wurde, steht von den Toten auf und wird endgültig in die zeitlose Welt des Himmels aufgenommen. Nach seiner Auferstehung ist er verwandelt. Zwar erkennen ihn die Jünger wieder und er ist derselbe, aber verändert. Irgendwo bleibt es ein Geheimnis des Glaubens wie alles genau abgelaufen ist. Sein Geist und sein Körper wurden verwandelt in eine neue übernatürliche Dimension. In eine Welt, die wir nicht verstehen und an die man glaubt oder auch nicht. Wir werden nie beweisen können dass es diese Welt gibt und auch niemand wird beweisen können, dass es sie nicht gibt. Ich habe schon immer daran geglaubt und für mich ist dieser Glaube bestimmend für mein Leben. Hätte ich nicht die Hoffnung, dass ich über dieses armselige Leben hinaus lebe, dann wüsste ich nicht welchen Sinn unsere kurze Lebenszeit hätte. Genauer betrachtet ist es nicht so verwunderlich. Wir verwandeln uns jede Stunde, nur in kleinen Schritten. Wir sind zwar noch dieselben, die wir im Alter von einem Jahr als Baby, dann als Kind von 8 Jahren, als Jugendlicher von 15 Jahren und als junge Erwachsene waren. Niemand würde behaupten, dass wir andere sind. Dennoch haben wir uns gewaltig verwandelt Schritt für Schritt. Warum sollte es nicht dann auch noch eine weitere Verwandlung geben können, nachdem dieses Leben zu Ende ist. |
Christi HimmelfahrtJesus führt uns mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen erst zum tieferen Sinn des Lebens. Wir sind getröstet in der Hoffnung, dass Krankheit, Leid und Altersschwäche nicht alles ist, was das Leben am Ende zu bieten hat. Jesus ging ganz bewusst durch Leid, nahm ganz bewusst Schmerzen auf sich, um uns deutlich zu machen, dass das alles zwar schrecklich ist, dass es aber nicht endgültig ist. Das Ende ist die Erlösung, die Befreiung von Schwere, Leid und Not, von Schuld ... In der künftigen Welt erwartet uns ein Glück, das alles in den Schatten stellt. Tränen werden getrocknet, großen Schwung und Freude wird die Seele erfüllen. Es wird das pure Glück sein. Jesus ging mit seinem verklärten Leib in die Herrlichkeit ein. Sein verklärter Leib ist der verwandelte irdische Leib. Es ist zwar derselbe Leib aber ein verwandelter Leib, der nicht mehr leidet und der vollkommen vergeistigt ist. |
Zu wunderbar?Wenn ich darüber rede, habe ich fast schon immer ein schlechtes Gewissen, weil so manche Menschen das nicht glauben können. Manche meinen es sei reine Fantasie. Sie gehen davon aus, dass es nach dem Tod nichts gäbe. Ich antworte, wenn es reine Fantasie ist (was ich nicht glaube), wenn es aber nur reine Fantasie wäre, dann hätte ich besonders gut gelebt.Ein noch größerer Teil ist sich unsicher und meint: „Na ja, man weiß ja nicht: Es ist noch keiner zurück gekommen. Und das mit der Auferstehung Jesu und seiner Himmelfahrt, wer weiß ob das alles wirklich so war. Oder ob die Jünger sich nicht getäuscht haben. So ähnlich habe ich auch einmal geglaubt. Dann habe ich das Evangelium nach Johannes gelesen und mir wurde eines Abends klar: „So kann kein Mensch schreiben. Diese Worte stammen nicht aus der Feder eines Frömmlers oder Fantasten.“ Die Worte des Evangeliums überliefern zuverlässig die Geschichte Jesu. |