[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zum Pfinstfest 2010)
Uns fällt es schwer den Heiligen Geist zu beschreiben, da wir ihn nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen. Um einen Zugang zum Heiligen Geist zu finden, hilft es, sein Wirken in Kontrast zu setzen mit etwas anderem. Ich möchte hier den Heiligen Geist anschaulich beschreiben, indem ich ihn gegen die Vorstellung von einem „Gespenst“ abgrenze.
Der dreifaltige GottChristen glauben an den Heiligen Geist und an den dreieinigen Gott, an einen Gott, der in drei eigenständigen Personen lebt, die aufs engste miteinander verbunden sind. Wir nennen sie Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Heilige Geist ist für uns eine göttliche Person. Mit Gott meinen wir ein Wesen, das über allem steht und dass es nichts und niemanden gibt, der über ihm stehen würde. Damit steht der Heilige Geist über allem, was es überhaupt gibt. Keine Kraft des gesamten Universums ist so groß wie die Kraft des Heiligen Geistes. Er bringt alles Leben hervor, aus ihm entspringt alles und es gibt schlichtweg nichts, was nicht in ihm seinen Ursprung hätte. |
Gespenster?Wie ist es da mit dem Glauben an Gespenster? Auch in unserer aufgeklärten Zeit leben Menschen, die an Gespenster glauben. Nach ihren Vorstellungen sind es geistige Wesen, die aber ihre Grenzen haben. Da man nie genau weiß wo sie sind und was sie machen, verbindet man sie häufig mit Grusel und Unbehagen. Sie wirken im Dunkeln, sind unberechenbar und richten in der Regel Schaden an. Besondere Medien beschwören sie und versuchen sie zu manipulieren. Man ist sich aber nie sicher ob es funktioniert und weiß nicht wer da wen manipuliert. Und am Ende wird das Medium vom Gespenst manipuliert. Man handelt mit diesen Geistern etwas aus und zahlt dabei einen Preis bzw. ein Opfer. Ob das angemessen ist, oder ob der Geist einen übers Ohr haut, weiß man nicht. Diese Geister können Menschen quälen und …. Sie weilen an bestimmten Orten, die man dann als verflucht ansieht. Man sagt dann: „dort spuckt es.“ Man könnte diese Beschreibung noch verlängern. Es geht uns aber um den Heiligen Geist. |
Der Heilige GeistIm Unterschied dazu ist der Heilige Geist nicht irgendein Geistwesen, sondern er ist der Geist an sich. Es gibt keine andere geistige Kraft, die man mit ihm vergleichen könnte und er steht über allem. Jede gute geistige Kraft, die es gibt wird von ihm inspiriert. So z.B. Musiker, Dichter, Maler. Menschen, die Mut haben eine gute Idee umzusetzen. Menschen, die andere Menschen lieben. … Ihm sind auch alle Engel unterstellt. Keiner kann diesen Geist mit irgendwelchen Formeln beschwören. Niemand hat Gewalt über ihn oder könnte ihn mit irgendwelchen magischen Zaubersprüchen provozieren. Versucht man es, beleidigt man den Heiligen Geist. Denn der Heilige Geist wirkt immer aus eigenen Antrieb und wirkt dort wo er will. Man kann ihn bitten und auch anflehen, letztlich bleibt es aber seine eigene Entscheidung was er tut und was nicht. Das christliche Bittgebet hat die Aufgabe den Menschen zu öffnen für das Wirken des Heiligen Geistes. Denn der Heilige Geist ist immer bereit Gutes zu wirken. Es sind die Menschen, die ihn daran hindern, ähnlich wie verkalkte Wasserleitung, die nur noch wenig Wasser durchlassen und die es nötig haben ihm offenere Zugangsmöglichkeiten zu geben. |
Wenn wir an Pfingsten singen „Komm Heiliger Geist, komm herab“ dann ist das ein wenig irreführend. Denn er ist schon da. Er braucht nicht zu kommen, auch nicht von oben. Er ist überall und nirgendwo. Er hat keinen Ort. Die Menschen haben es nötig, sich ganz für ihn zu öffnen. So wäre es besser zu singen „Öffne uns Heiliger Geist, oh öffne uns für dein Wirken.“ In einem Psalm heißt es: „Sie werden tanzen und fröhlich singen: „All meine Quellen entspringen in dir.“ Ps 87,7 Damit ist viel ausgedrückt: Der Heilige Geist bringt Freude mit sich und bewirkt inneren und äußeren Frieden. Er lässt die Menschen miteinander Reden und gemeinsam Lösungen für Probleme finden. Er schenkt gute Ideen und inspiriert. Das Bewusstsein des Menschen beeinflusst er nur mit Einwilligung des Menschen. So schenkt er Optimismus ohne Leichtfertigkeit. Er wirkt sanft und ist nicht gewalttätig. Er zeigt den Menschen das rechte Maß und lässt sie immer hellhöriger, feinfühliger und weitsichtiger werden. Der Heilige Geist fördert das Gute im Menschen zu Tage. Er bestärkt den Menschen im Guten und gibt ihnen Mut, Trost und Beistand. |