Neue Freiheit
Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. … Ihr seid zur Freiheit berufen.“ (Gal 5,1a.13a). Spontan könnte uns das an unsere moderne Vorstellung von Freiheit erinnern. Die drückt sich z.B. in Songtexten aus: „Freiheit ist das einzige was zählt; Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ Vielleicht haben die Menschen noch nie soviel von Freiheit geträumt wie in unserer Zeit. Und noch nie schienen Menschen äußerlich so frei zu sein wie heute. Wir können unsere Lebensmittel frei wählen, wir können sagen, was wir denken, unseren Wohnort einigermaßen frei wählen, den Partner fürs Leben und häufig auch unsere Arbeitsstelle, …
Die Bewegungsfreiheit war noch nie so groß wie heute. Wir können uns an verschiedenen Stellen informieren und bei sehr vielen Gelegenheiten frei entscheiden. Wir haben uns sehr daran gewöhnt, so sehr, dass wir vergessen haben diese Freiheit zu schätzen. Vor allem die Älteren unter uns wissen, dass es auch anders sein kann: Die Meinung durfte man nicht frei heraus sagen, man musste das essen, was eben da war, man musste den Beruf nehmen, den der Vater vorgab. …
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Christliche Freiheit
Offensichtlich wurde das Christentum dort, wo Paulus missionierte als Befreiung empfunden. (vgl. Gal 5,13) Im alten Judentum musste man sich an über 600 Vorschriften halten! Nach dem die Galater, an die der Hl. Paulus schrieb, zum Glauben gekommen waren, legten sie diese strengen Essens- und Lebensvorschriften ab und freuten sich über die neu gewonnene Freiheit. Im Christentum kann man nämlich nicht sagen: „Du hast eine bestimmte Regel eingehalten, also bist du perfekt.“ Manche aber missbrauchten die neue Freiheit als “Freifahrtsschein”. Alles schien ihnen erlaubt zu sein: “Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Neid- und Missgunst, Trink- und Essgelage.” Das zeigt, dass in der Mission beim Wechsel vom Judentum zum Christentum mancherorts Verwirrung entstand. Paulus machte deutlich, dass auch das Christentum moralische Grundsätze hat. Die Freiheit des Christentums ist nicht Zügellosigkeit, sondern Verantwortung. Christentum meint verantwortlich mit seiner Freiheit umzugehen und zwar nach der Regel: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Gal 5,14). Als Christ kann ich nicht andere ausnützen oder mir meinen Vorteil auf Kosten anderer suchen. Wenn wir uns vom Geist Christi leiten lassen, dann tragen wir die Früchte des Geistes wie “Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung” (Gal 5,23). Denn durch den Geist Gottes werden wir erst frei.
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