Mission zu Beginn der Kirche
Lukas überliefert zwei verschiedene Aussendungen einmal die der 12 Apostel und dann die Aussendung der 72 anderen Jünger. Es handelt sich bei der größeren Gruppe um Leute, die nicht immer mit Jesus umherzogen und nicht zum engeren Apostelkreis gehörten. „Er sandte sie zu zweit aus“, heißt es. Es ist gut möglich, dass auch Ehepaare darunter waren. Jedenfalls wissen wir von Paulus, dass Ehepaare missionierten: Aquila und Prisc(ill)a z.B., die mehrfach in der Apostelgeschichte erwähnt werden (Apg 18,2f.18.26) und Paulus zufolge sogar ihren Hals für ihn riskiert haben (Röm 16,3-5), oder die ebenfalls im Römerbrief genannten Andronikus und Junia (Röm 16,7). Erwähnt werden in 1 Kor 9,5 auch die Apostel mit Petrus an der Spitze und die Brüder des Herrn mit ihren Ehefrauen wie sie durch die Lande zogen.
Am Beginn der Kirche waren die Christen stark missionarisch aktiv.
|
Pfarreien sind nicht mehr das Zentrum
Zum Vergleich wie wir heute verfahren: Unsere Verkündigung des Evangeliums ist stark orientiert an eine Vergangenheit in der der Großteil der Bevölkerung religiös war. Nahezu alle Eltern ließen ihre Kinder taufen, schickten sie in den Religionsunterricht, zur Erstkommunion und Firmung. In den Häusern waren Gebet, und religiöse Praxis selbstverständlich. Noch weiter zurück reicht die Zeit der Christenlehre am Sonntag.
Dabei hing fast die gesamte Verkündigung in der Gemeinde von nur einer Person ab: dem Pfarrer.
In einer solchen Situation wäre es natürlich unsinnig gewesen von Dorf zu Dorf zu ziehen und das Evangelium zu verkünden. In den letzten Jahrzehnten ließ man dann in den Schulen Religionslehrer und zur Erstkommunionvorbereitung auch Laien zu. Letztlich aber bleiben die Kirche und die Pfarreien ähnlich zentral organisiert wie früher.
In der kommenden Zeit wird es notwendig werden anders vorzugehen. Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass alle wie selbstverständlich zur Taufe kommen. Die Erstkommunion hat in der Bedeutung für die Menschen zwar wenig verloren, der Sinn wurde aber entleert. In den meisten Fällen geht es vorwiegend um ein schönes Fest für Kinder, bei der die Teilnahme am kirchlichen Leben kaum noch etwas bedeutet und Äußerlichkeiten sehr wichtig sind. Ähnliche Tendenzen beobachtet man in verschiedenen Bereichen. Diese Entwicklung zeigt, dass wir als Christen in Zukunft neue Wege gehen müssen.
|