Zwei Arten des Gebets
Plastisch beschrieben zeigt der Besuch Jesu bei Martha und Maria wie unterschiedlich Menschen mit Jesus umgehen. Maria lauscht den Worten Jesu, während ihre Schwester Martha eifrig alles für ihn herrichtet. Sie empfindet es als ungerecht, dass die Arbeit an ihr alleine hängen bleibt, während ihre Schwester still dasitzt und Jesus zuhört. Innerlich macht sie ihr Vorwürfe und bittet Jesus Gerechtigkeit herzustellen. Sie drückt ihr Empfinden Jesus gegenüber aus. Daraufhin erhält sie eine die weise Antwort, dass jetzt mehr zuhören als wirken angesagt ist.
Die beiden Schwestern zeigen uns auf welche Weise man beten kann. Martha spricht in ihrem Innern zuerst nur mit sich selbst, ungefähr mit folgenden Worten: „Meine Schwester sitzt tatenlos da und Jesus sagt nichts. Er sieht doch wie viel ich zu tun habe.“ Dann öffnet sie sich und bezieht Jesus mit ins Gespräch ein: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“ (Lk 10,40)
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Selbstgespräche
Wir alle sprechen viel mit uns selbst. Das beginnt schon morgens beim Aufstehen. Vielleicht hängen wir noch Traumbildern nach und fragen uns: „Wie ist so etwas möglich?“ Oder wir denken an den bevorstehenden Tag mit seinen Aufgaben: „Das und jenes muss ich heute unbedingt erledigen.“ Wenn es ein freier Tag ist, machen wir vielleicht Pläne, was wir alles tun könnten.
Während des Tages geht es so weiter mit den Gesprächen in unserem Innern. Auch mit unserem Herzen sprechen wir über unsere Gefühle: „Dieser ist mir sympathisch … Ich muss noch dort hingehen und diese unangenehme Sache erledigen. …“ Wir freuen uns über kleine Erfolge und Anerkennung, wir verspüren Traurigkeit über Schwierigkeiten oder werden sogar wütend. Bedrückt uns etwas, sagen wir es uns immer wieder vor und wir hören es wie ein Ohrwurm, der uns quält. Viele, viele Situationen erleben wir tagtäglich, in denen wir innerlich sprechen und empfinden.
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