Wie können Menschen das zulassen?
Beten Menschen aufrichtig das Vaterunser, dann verändert sich ihre Einstellung und sie werden automatisch offen für andere. So erhalten sie die Kraft ihre Gaben zu teilen, dadurch verändert sich ihr Lebensstil so, dass sie für ihr eigenes Auskommen sorgen und gleichzeitig noch Spielraum für andere haben. Auf diese Weise erfüllt sich für die Ärmeren dann auch ihre Bitte um das tägliche Auskommen. Auch sie machen sich offener für andere und übernehmen mehr Verantwortung für sich selbst und ihren eigenen Unterhalt. Insofern kann die Bitte im Vaterunser auch als Lebensprogramm verstanden werden. Wenn wir dann mit dieser inneren Haltung in der Welt leben, fragen wir nicht mehr wie kann Gott Armut zulassen, wir fragen dann wie können Menschen das zulassen. Je mehr Menschen das Vaterunser aufrichtig beten, desto weniger Not wird es in der Welt geben.
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Vor Gott als Bedürftige
Darüber hinaus möchte uns Jesus aber auch ermuntern Gott direkt um etwas zu bitten. Ich kannte einmal eine Familie, die Gott inständig direkt um einen Arbeitsplatz für den Vater bat. Sie haben lange gebetet und ihr Gebet wurde nach vielen Monaten erhört. Solche Beispiele gibt es viele. Vielleicht haben wir es heute verlernt, uns als Bittsteller an Gott zu wenden. Es ist an der Zeit, dass gerade wir in den wohlhabenden Ländern auch uns als Bedürftige betrachten. Unser Stolz stellt uns eine Hürde in den Weg, die wir überwinden müssen. Vor Gott sind wir nun einmal armselige Geschöpfe, ob wir nun in der Welt groß und berühmt sind oder nicht. Deshalb ist es für jeden angebracht, sich vor ihm als Bittsteller zu betrachten. Erst wenn man diesen Schritt getan hat, wird man Gott auch um Hilfe anrufen. Nicht nur wenn es um Nahrung geht, sondern auch wenn man z.B. in einem Streit nicht mehr weiter weiß. Dann kann man Gott um Vermittlung anrufen. Ihm diese Sache anvertrauen und sagen: "Herr, du siehst mich und du siehst auch denjenigen mit dem ich streite. Du allein weißt, was richtig ist. Öffne mir die Augen für meine Versäumnisse und für die Stärken meines Nächsten und öffne das Herz meines Nächsten, damit wir uns wieder vertragen." Wer so bittet erhöht sicherlich seine Chancen auf Frieden. Auf diese Weise kann Glaube auch trennende Berge versetzen.
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