Mission? – Lasst die Menschen in Frieden leben!
Das Wort „Mission“ hat heute einen negativen Beigeschmack. Man verbindet es mit christlichen Missionaren, die das Evangelium anderen Menschen überstülpen wollten, z.T. sogar mit Gewalt.
Deshalb denken viele: „Lasst doch die Menschen in Frieden. Wenn sie so friedlich leben, wie sie sind, dann geht es ihnen doch gut.“
Es gibt heute kein Volk mehr, das unberührt, in Frieden, für sich, wie Adam und Eva im Paradies lebt. Die weltweite Globalisierung dringt bis zum letzten Buschdorf vor. Eines der bedeutendsten Kulturträger ist der Fernseher, aber auch über viele andere Wege werden Menschen mit dem, was die westliche Welt für Kultur hält, überschwemmt. Menschen sich selbst überlassen bedeutet, sie der Globalisierung schutzlos auszuliefern.
Am Beispiel Nigeria's wird dies ganz deutlich. Es ist das Modell-Land für die diesjährige Mission-Aktion. Dieses Land ist reich an Ölreserven. Große Konzerne bedienen sich reichlich. Weil die Verwaltung korrupt ist. Nigeria ist ein Land geprägt vom Gegensatz zwischen Islam im Norden und Christentum im Süden. Es herrscht große soziale Ungerechtigkeit. Der allergrößte Teil der Bevölkerung lebt in bitterer Armut. Die mittlere Lebenserwartung beträgt nur 45 Jahre.
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Von Europa aus kann man sich nur sehr schlecht vorstellen wie es in einem Land aussieht, indem die öffentliche Verwaltung nicht funktioniert. Eines der Grundübel ist die Korruption. Das bedeutet, dass sich die Leute an den Schaltstellen der Regierung kräftig bedienen und der Rest der Bevölkerung leer ausgeht. Lehrer werden nicht bezahlt, das Gesundheitssystem existiert nicht oder ist in schlechtem Zustand, Gewalt und das Recht des Stärkeren herrschen.
Mission in einer solchen Situation bedeutet: Den Unterdrückten und Ärmsten zu helfen, ihr tägliches Leben zu bestreiten. Es bedeutet sich mit anderen auszusöhnen und so die Ursachen von Gewalt zu bekämpfen. Es heißt ein friedliches Zusammenleben mit den Muslimen zu fördern. Es bedeutet Aufbauarbeit im Kleinen. Es geht nicht darum ein ganzes Land zum Christentum zu bekehren, es geht darum ganz konkreten Menschen in einer Notlage Hilfestellungen zu geben, damit ihr Leben besser gelingen kann und ihnen die Werte des christlichen Menschenbildes zu vermitteln. So bestellt Missio z.B. Lehrer, damit Kinder zur Schule gehen können und die Aussicht haben, aus dem Teufelskreis der Armut herauszufinden. Es geht darum Frauen in ihrer starken Benachteiligung gegenüber Männern zu stärken. Es geht darum das Evangelium des Friedens zu verkünden.
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