[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zu Neujahr 2012)
EinführungIn Bozen (Südtirol) hat ein Künstler ein Kreuz der Hoffnung gestaltet. Er malte ein Kreuz auf grünem Hintergrund. Grün ist die Farbe des Lebens und der Hoffnung. Das Kreuz war unten geformt wie ein Anker. |
Der Anker war aufgemalt auf den Globus. Womit der Künstler sagen möchte: Jesus Christus ist der Anker für die Welt und für unser Leben. An ihm können wir uns festmachen. Wenn unser Boot auch schwankt, mit ihm können wir immer in einem sicheren Hafen vor Anker gehen. |
Rückblick u. AusblickAm Ende des alten Jahres schauen wir zurück auf das vergangene Jahr. Wir erinnern uns an einschneidende Ereignisse auf der Welt. Da gab es Katastrophen genug. Ich nenne hier ein paar Stichwörter: Fukushima mit der Reaktorkatastrophe, die Eurokrise, die Hungerkatastrophe in Ostafrika. Es gab aber ebenso viele positive Ereignisse die nicht so auffallen. In Deutschland war es der Rückgang der Arbeitslosigkeit, der Papstbesuch, in den arabischen Länder die Revolution und viele Dinge, die man leicht übersieht. Auch in unserem persönlichen Leben gab es Höhen und Tiefen; vielleicht sogar einschneidende Ereignisse. Am Beginn des neuen Jahres schauen wir in die Zukunft. Und fragen uns: „Was wird das neue Jahr bringen?“ Erwarten uns Katastrophen auf der Weltebene, erwarten uns schlechte Ereignisse in unserem persönlichen Leben? Oder werden wir ein goldenes Jahr erleben? Wir wissen es nicht! Die Zukunft liegt nicht in unserer Hand. Die Zukunft unseres persönlichen Lebens können wir in bescheidenem Maß beeinflussen, steuern können wir sie aber nicht. Und das ist gut so. |
„Ich bin die Tür“ (Joh 10,9)Das wichtigste für das kommende Jahr wird sein, dass wir an Gott gebunden bleiben. Da können Querschläge kommen und unser Leben mächtig durcheinander wirbeln. Mit Gott hat man dann jemanden an seiner Seite. Mich tragen die Aussagen Jesu im Johannesevangelium ins neue Jahr. Dort sagt er: „Ich bin die Tür.“ Man kann dies in weiterem Sinne begreifen. Jesus ist die Tür zu Gott, zu einer neuen Welt und zu einem neuen Leben. Zu einem Leben in Trost das weiter führt zu einem Leben in Freude. Er steht am Beginn des neuen Jahres und hält uns die Tür offen in die kommende Zeit und er geht mit uns hinein. |
„Ich bin der Weg“ (Joh 14,6)Denn er sagt von sich: „Ich bin der Weg“. Er ist der Weg durch das neue Jahr. Er spricht nicht von einem bequemen Spazierweg, aber von einem Weg, der irgendwann zu einem glücklichen Ende führt. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg durchs leben. Deshalb hätte Jesus auch sagen können: „Ich bin dein Weg.“ An anderer Stelle sagt er: „Ich bin der gute Hirte.“ (Joh 10,11) Vielleicht würde er heute sagen: „Ich bin dein guter Wegbegleiter. Verläufst du dich, hole ich dich zurück. Bist du müde, stärke ich dich. Möchtest du stehen bleiben, schenke ich dir Hoffnung. Fällst du, ziehe ich dich wieder hoch.“ Die Lebenswege der Menschen von heute verlaufen lange nicht mehr so gerade wie die Lebenswege in früheren Generationen. Es ist schwieriger geworden seinen Weg zu finden. |
„Ich bin die Wahrheit“ (Joh 14,6)Es gibt so viele Hindernisse, Abzweigungen und Kreuzungen wie noch nie. Wir leben in einer globalen Welt, die nach allen Seiten offen ist. Es gibt Menschen mit vielen verschiedenen Lebensentwürfen, Menschen mit anderen Religionen und tausenderlei Ansichten. Man muss sich viel öfter entscheiden als es Menschen früherer Generationen taten. Das Leben ist in gewissen Sinne dünnflüssiger geworden. In dieser Situation sagt uns Jesus: „Ich bin die Wahrheit.“ Und die Wahrheit brauchen wir. Was nützt ein guter und lieber Wegbegleiter, wenn weder ich noch mein Begleiter weiß wo das Ziel ist. Jesus sagt uns deshalb: „Ich bin das Ziel und ich begleite dich dorthin.“ |
„Ich bin das Leben“ (Joh 14,6)Wir wissen zwar nicht was das kommende Jahr bringen wird. Wir denken uns aber, dass nicht nur erfreuliche Nachrichten uns erreichen werden. In schwierigen Situationen sagt uns Jesus: „Ich bin das Leben.“ Zum Christentum gehört die Hoffnung. Erinnern wir uns auch im neuen Jahr immer wieder an dieses Wort Jesu. Er lebt und deshalb werden auch wir leben. (vgl. Joh 14,19) Rufen wir uns dieses Wort Jesu immer wieder ins Bewusstsein. Er sagt uns: „Ich bin das Leben für dich, und zwar ein Leben in Fülle“ Mit diesem Wort schenkt er uns immer wieder Hoffnung. Er kam in diese gebeutelte Welt um Chaos, Not und Leid zu besiegen. Zwar sieht es häufig so aus als ob das Übel siegen würde, das Leben und die Botschaft Jesu sprechen aber eine andere Sprache. Er sagt uns: „Ich bin die Auferstehung.“ Trotz aller Krankheiten in der Welt, trotz der Schmerzen trotz der Todesfälle haben wir einen Gott der Auferstehung und des ewigen Lebens. Einer der jetzt lebt, uns nahe ist und für immer lebt. |
Geht man mit Jesus Christus ins neue Jahr, geht man voller Hoffnung und Zuversicht auf die kommenden Wochen und Monate zu. So betet man jeden Tag: „Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Festung, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.“ (Ps 18,3) So werden die Worte Jesu zu einem Anker für das Schiff unseres Lebens. Die See kann rau werden. Es kann stürmen, schneien oder frieren. Der Anker hält unser Schiff fest. Das Schiff kommt ins Schwanken aber es bleibt im sicheren Hafen. |