[alle Predigten] [Hauptseite] von P. Oliver Heck SVD (zum Fest Taufe des Herrn)
Die Taufe des JohannesTag für Tag kamen Menschen zu Johannes dem Täufer, bekannten ihre Sünden und Johannes tauchte sie im Jordan unter Wasser. Wasser hat eine reinigende Kraft. Die reinigende Kraft wurde dabei auf das Gewissen übertragen. Beim Taufen im Jordan wurde das Taufwasser, zum Symbol der Umkehr. Als alte Menschen kamen die Menschen und nahmen sich vor, ein neues Leben zu beginnen. Sie wurden im Jordan unter Wasser getaucht, das Wasser wusch und reinigte sie symbolisch und sie tauchten als erneuerte Menschen wieder auf. So tauchte Johannes Tag für Tag viele Menschen ins Jordanwasser. Eines Tages geschah dort etwas besonderes: Jesus kam und ließ sich taufen, gleich zu Beginn seines öffentlichen Wirkens. |
Die Taufe JesuAn diesem Tag kam der Menschensohn, der keine Umkehr benötigte. Nicht er wurde beim Untertauchen verändert. Vielmehr heiligte er mit der Strahlkraft seines Geistes das Wassser und machte das Untertauchen im Wasser zu einem heiligen Zeichen. Untergetaucht ins Jordanwasser heiligte er das Taufwasser mit dem Menschen aller Generationen überall auf der Welt getauft werden. Indem er sich untertauchen ließ, nahm er alle Täuflinge mit hinein in seine Nähe. Gleichzeitig wurde bei der Taufe Jesu klar, dass der Geist Gottes mit ihm war. Der Geist Gottes ruhte auf ihm. Jesus war verbunden mit dem Geist und dieser wirkte durch ihn. Der Geist Gottes manifestierte sich und besiegelte den Bund zwischen Gott Vater und dem Menschensohn. |
Der BundJesus wurde getauft, damit jedes Mal, wenn ein Mensch getauft wird, Gott mit diesem Menschen einen Bund schließt. Diesen Bund löst Gott niemals auf. Gott steht in seiner Treue absolut, ohne wenn und aber, zum Getauften. Wir können uns das nicht so gut vorstellen, weil wir selten von einer solchen Bündnistreue unter Menschen hören. Unser Leben ist im Fluss: Verträge werden gebrochen, Zusagen werden nicht eingehalten und Ehen werden geschieden. Das ist unsere tagtägliche Erfahrung. Bei Gott ist das anders. Er steht zu seinem Wort und zu seinem Bund. Daran denken wir nur selten. Mag sein, dass der Mensch Gott vergisst, dass er sogar ganz anders lebt als es gut wäre. Aber auch wenn das so ist, auch wenn der Mensch seinen Schöpfer vergisst: Gott steht zu ihm, selbst wenn der Betreffende nichts mehr von Gott weiß. Man kann im tiefsten Drogensumpf versinken und von allen Menschen aufgegeben worden sein. Gott gibt den Menschen niemals auf. Er steht zu seinem Wort. |
Die BündnispartnerDamit der Bund, den Gott mit dem Menschen schließt, wirkt, bedarf es ein Minimum an Aufmerksamkeit für Gott. Ein Bund wirkt nur dann, wenn beide Bündnispartner ihn ernst nehmen. Mag sein, dass ein Partner nur sehr, sehr wenig zum gemeinsamen Bund beiträgt, trotzdem hält dieser kleine Beitrag den Bund aufrecht. Aber es braucht dieses Minimum an Offenheit für den anderen, sonst existiert der Bund nur auf dem Papier. Eine totale Unverbindlichkeit gibt es bei Gott nicht. Er lässt seinen Töchtern und Söhnen Freiheit, ja große Freiheit. Seine Gnade kommt aber nicht an, wenn der Betreffende die Gaben Gottes übersieht, missachtet oder ablehnt. Keine Frage, Gott ist der große Geber im Bund zwischen Mensch und Gott. Der Mensch trägt den geringsten Teil dazu bei. Aber auf diesen kleinen Teil kommt es an. |
Unser Leben vom Geist Gottes durchtränken lassenNormalerweise hangeln wir uns in unserem Leben von einem Tag zum anderen. Dabei vergessen wir häufig, dass wir durch die Taufe zu Töchtern und Söhnen Gottes geworden sind. Das ist in unserem Leben auch gar nicht einfach. Uns bestürmen tausend Dinge, die alle wahnsinnig wichtig und dringend sind und dabei bleibt das Allerwichtigste oft am Rand. |
Gerade jüngere Leute haben große Schwierigkeiten überhaupt noch Lücken in ihrem Alltag zu finden, an denen sie zu sich selbst kommen und einen Draht zu Gott finden können. Vielleicht wäre es da einmal interessant, herauszufinden an welchem Tag man getauft wurde. Diesen Tauftag könnte man jedes Jahr auch bewusst begehen, denn am Tag unserer Taufe geschah etwas Großartiges: Gott schloss einen Bund mit uns und wir haben Anlass uns riesig darüber zu freuen. |